Binance untersucht Sicherheitsproblem nach großen Transfers aus zugeordneten Wallets
Große Mengen an Kryptowerten wurden laut Blockchain-Daten und Medienberichten aus Binance zugeordneten Wallets transferiert. Binance untersucht ein mögliches Sicherheitsproblem; Ursache und Gesamtverlust hat das Unternehmen nicht bestätigt.

Am Abend des 29. Oktober 2026 UTC gingen große Transfers von mehreren als Binance-Wallets gekennzeichneten Adressen aus. Decrypt schätzte anhand von Blockchain-Daten, dass mindestens 5,57 Milliarden US-Dollar über Ethereum, Bitcoin und Tron aus Binance zugeordneten Wallets abflossen. Dies ist die Schätzung des Mediums für die Transfers, kein von Binance bestätigter Diebstahl oder endgültiger Verlust.
Binance erklärte, Berichte über ein mögliches Sicherheitsproblem zu untersuchen, und versicherte, dass Nutzergelder sicher seien. Binance-Gründer Changpeng Zhao schrieb am 30. Oktober um 5:15 Uhr Hongkonger Zeit in einem persönlichen Beitrag, es sehe nach einem Hackerangriff aus. Er schrieb auch, dass er Binance.com nicht mehr leite, als Aktionär aber eine vollständige Deckung der Nutzergelder erwarte.
Was mit den Wallets geschah
Odysseas Lamtzidi, Gründer des Sicherheitsunternehmens Phylax Systems, schrieb, eine als Binance gekennzeichnete Wallet habe kurz nach Einrichtung einer signierten EIP-7702-Delegation 167.464 ETH und 63 Token übertragen. Laut seiner Zeitlinie wurde die Delegation am 29. Oktober um 20:20:59 UTC eingerichtet und ein Transfer um 20:24:23 UTC ausgeführt, also am 30. Oktober um 4:24:23 Uhr Hongkonger Zeit.
EIP-7702 ist ein Ethereum-Kontomechanismus, mit dem ein Konto delegierten Code autorisieren kann. Laut Lamtzidi könnten ein gestohlener Schlüssel oder eine böswillige Autorisierung einen solchen Transfer ermöglichen; wie die Signatur erlangt wurde, sei aber unbekannt. Dies ist die Analyse eines externen Forschers, nicht das Ergebnis der Binance-Untersuchung; die Identität eines Angreifers steht damit nicht fest.
CoinDesk berichtete, dass Binance 14, eine der gekennzeichneten Wallets, in den Reservenachweisdaten des Unternehmens vom 1. Oktober aufgeführt war. Ein Reservennachweis ist eine Momentaufnahme und kann für sich genommen die aktuellen Reserven nach dem Vorfall nicht feststellen.
Was noch nicht bestätigt ist
Die Schätzungen können je nach erfassten Blockchains, Adressen und Zeiträumen abweichen. BleepingComputer wies bei der Berichterstattung über Arkhams Verfolgung zugehöriger Adressen darauf hin, dass deren Vermögenswert kein von Binance bestätigter Diebstahlbetrag ist. Die Börse hat weder den Zugangsweg noch den endgültigen Verlust bestätigt und auch nicht, ob alle Transfers unbefugt waren.
Binance kündigte später eine vorübergehende Aussetzung von Ein- und Auszahlungen an und berichtete über das Einfrieren zugehöriger Vermögenswerte. Die Maßnahmen behandelt der Folgeartikel. Nutzer sollten den aktuellen Stand über offizielle Binance-Kanäle prüfen und inoffizielle Nachrichten meiden, die Passwörter oder Bestätigungscodes verlangen.
Quellen
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