Binance erläutert nach Sicherheitsvorfall Pläne für Auszahlungen und Verlustdeckung

Binance zufolge funktionieren Einzahlungen, während Auszahlungen pausieren. Nach Sicherheitsprüfungen sollen sie schrittweise wieder anlaufen; die Börse erläutert auch die geplante Verlustdeckung.

Illustration: Ein Einzahlungspfeil ist frei, ein Auszahlungspfeil pausiert während einer Sicherheitsprüfung

Nach dem Sicherheitsvorfall vom 29. Oktober funktionieren Einzahlungen und andere nicht betroffene Dienste laut Binance. Auszahlungen bleiben ausgesetzt. In der Mitteilung vom 30. Oktober erklärte die Börse, sie wolle innerhalb von etwa 34 Stunden mit einer schrittweisen Wiederaufnahme beginnen, sofern die Sicherheitsprüfungen abgeschlossen sind. Das Ziel bestätigt noch keine Wiederaufnahme.

Wann Auszahlungen zurückkehren könnten

Binance prüft nach eigenen Angaben betroffene Systeme und arbeitet an einer sicheren Wiederherstellung. Einen garantierten Zeitpunkt oder einen Zeitplan für einzelne Vermögenswerte und Regionen nannte die Börse nicht. Den aktuellen Status sollten Nutzer vor einer Überweisung über offizielle Binance-Kanäle prüfen. Binance-Co-CEO Richard Teng erklärte in einem am 30. Oktober um 22:33 Uhr Hongkonger Zeit veröffentlichten Videotranskript, das Team baue den Auszahlungsdienst neu auf und werde ihn erst nach strengen Tests wieder einschalten. Die Überprüfung umfasse Mitarbeitergeräte, Cloud-Systeme, Schlüsselverwaltung und Transaktionssignierung.

Wie Binance Verluste decken will

Binance schätzt den Diebstahl auf etwa 6,3 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen erklärt, mehr als 6,34 Milliarden Dollar bereitgestellt zu haben, davon 5 Milliarden in denselben Arten betroffener Token. Verluste sollen aus dem SAFU-Fonds und der Unternehmenskasse gedeckt werden. Diese Angaben und der endgültige Verlust sind nicht unabhängig überprüft.

Zusätzlich seien mit Partnern rund 3 Milliarden Dollar auf der Blockchain eingefroren worden, so Binance. Eingefroren bedeutet nicht zurückerlangt; der Betrag darf nicht zu den Unternehmensmitteln als bestätigte Rückholung addiert werden.

Stand der Untersuchung

Binance vermutete zunächst, ein Angreifer habe den Laptop eines Ingenieurs kompromittiert. Nun meldet das Unternehmen weitere Angriffspunkte und bisher keine Hinweise auf geleakte private Wallet-Schlüssel. Der vollständige Ablauf wird untersucht; fehlende Hinweise sind kein endgültiges Ergebnis. Im selben Transkript sagte Teng, der Angreifer habe eine EIP-7702-Delegation für eine On-Chain-Ausführungsgenehmigung genutzt; diese habe die normalen Genehmigungskontrollen von Binance umgangen. Ein Selbstzerstörungsmechanismus habe zudem Werkzeuge und Spuren gelöscht und die Untersuchung erschwert. Das sind seine bislang nicht unabhängig bestätigten Angaben.

Die nächsten Schritte

Binance plant einen ersten Proof-of-Reserves-Snapshot und erwartet das Ergebnis bis zum 2. November. Nach Abschluss der Untersuchung soll ein technischer Bericht folgen. Ein Snapshot zeigt einen bestimmten Zeitpunkt; Bericht und Wiederaufnahme der Auszahlungen sind bislang Pläne.

Quellen

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